Der Detox Catwalk 2016

Wer ist auf dem Weg zu giftfreier Mode?

Mehr erfahren

Diese dritte Ausgabe des Detox Catwalks prüft, was die Firmen im Rahmen ihrer Detox-Verpflichtung bereits unternommen haben. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Umsetzung. Die Modemarken werden danach bewertet, ob sie bereits schädliche Chemikalien eliminiert haben und im Zeitplan sind, um die Detox 2020-Deadline einer giftfreien Modeproduktion erreichen zu können. Wir rechnen dieses Jahr von 2020 rückwärts – denn es bleibt nicht mehr viel Zeit.

Seit Jahrzehnten hat die Industrie die Umwelt und besonders unsere Gewässer als Müllhalde für ihre schädlichen Chemikalien genutzt, ohne dabei von ineffektiven gesetzlichen Regulierungen gestört worden zu sein. Für Gemeinden in der Nähe der Fabriken ist Wasserverschmutzung so zur alltäglichen Realität geworden. Für jegliche Art von Regulierung gilt ohnehin: für persistente schädliche Chemikalien gibt es keine „sicheren“ Grenzwerte – sie gehören nicht in die Umwelt.

Greenpeace hat die „Detox my Fashion“-Kampagne im Juli 2011 gestartet, um dieses Problem anzugehen und die Textilindustrie dazu aufzufordern, Verantwortung für ihren Anteil an der giftigen Verschmutzung zu übernehmen. Gefährliche Chemikalien werden in der Textilproduktion überall eingesetzt – auch von bekannten Modemarken.

Die Kampagne konnte bereits 76 internationale Modemarken, Händler und Lieferanten zur Entgiftung verpflichten. Ihr wachsender globaler Einfluss konnte so wichtige politische Veränderungen in Europa und Asien anstoßen. Es sind gerade die Modemarken, die mit ihrem Einfluss auf Lieferanten und Trends diesen Sektor transformieren können. Zu beobachten ist dies bereits in Italien, wo ein Firmenzusammenschluss ursprünglich aus der Textilregion Prato mittlerweile 42 Unternehmen umfasst, die nun zusammen an Detox arbeiten.

Während wir weiter daran arbeiten, die Textilindustrie zu entgiften, befeuern wir aber auch als Konsumenten die Umweltzerstörung durch Mode. Unsere Sucht nach Fast-Fashion und die damit einhergehende Masse an Kleidern, die produziert, gekauft, benutzt und weggeworfen werden, hält dieses System am Laufen. Deshalb wird Greenpeace sich zukünftig für noch tiefere Veränderungen der Modeindustrie einsetzen. Das Ziel ist: „closing and slowing the loop“ – das Schließen und Verlangsamen des Textilkreislaufs.

---- Detox 2020-Plan – ein System zur Eliminierung von schädlichen Chemikalien, das proaktiv und vorsorglich ist.

---- PFC-Eliminierung – Substitution schädlicher PFC durch sicherere Alternativen.

---- Transparenz – Veröffentlichung von Lieferanten und schädlichen Chemikalien, die in die Umwelt abgegeben werden.


Der Detox Catwalk 2016 konnte ein paar Unternehmen finden, die mit dem Trend gehen und auf dem Weg sind, ihre Verpflichtungen zu erfüllen – diese sind die „AVANTGARDE“. Ein Großteil, nämlich zwölf, der Detox-verpflichteten Modemarken sind noch immer im „IM WANDEL“ und müssen ihre Leistung in mindestens zwei der drei zentralen Bewertungskriterien verbessern. Und am unteren Ende der Skala begehen vier Unternehmen einen „FAUXPAS“, da sie keine Verantwortung für ihre gefährliche Verschmutzung übernehmen und nicht genug tun, um bis 2020 alle gefährlichen Chemikalien aus der Produktion verbannt zu haben.

„AVANTGARDE“

Zur „Avantgarde“ zählen detox-verpflichtete Unternehmen, die ihrem Feld voraus sind und die Industrie mit einem glaubwürdigen Zeitplan, konkreten Vorhaben und praktischer Umsetzung in eine giftfreie Zukunft führen.

„IM WANDEL“

Unternehmen „im Wandel“ haben sich zu Detox verpflichtet und haben bei der Umsetzung ihrer Pläne Fortschritte gemacht. Ihre Vorhaben müssen jedoch schneller umgesetzt werden, um das Detox-2020-Ziel zu erreichen.

„FAUXPAS“

Zum „Fauxpas“ zählen Unternehmen, die ursprünglich eine Detox-Verpflichtung unterschrieben haben, aber momentan die falsche Richtung einschlagen. Sie übernehmen damit keine Verantwortung für die umwelt- und gesundheitsschädlichen Auswirkungen ihrer Lieferkette.




„GIFT-LIEBHABER“

Noch immer gibt es viele Unternehmen, die keine Verantwortung für ihren schädlichen Weg übernehmen und keine glaubwürdige, individuelle Detox-Verpflichtung eingehen. Und das trotz der Tatsache, dass ihre Produkte nachweislich die Umwelt verschmutzen, wie wiederholte Greenpeace-Untersuchungen seit Oktober 2013 bezeugen. Während sich also der Textilsektor auf den Weg in eine giftfreie Zukunft macht, betrachten Armani, Bestseller, Diesel, D&G, GAP, Hermes, LVMH Group/Christian Dior Couture, Metersbonwe, PVH, VAncl und Versace das Problem nach wie vor nicht mit der Ernsthaftigkeit, die es verdient.


Inditex
Inditex, das Unternehmen hinter der bekannten Modekette Zara, veränderte seinen Umgang mit gefährlichen Chemikalien und erzielt bei allen drei Kriterien Bestwerte. Daher ist Inditex „Avantgarde“.

Sein Ansatz für Transparenz ist beispielhaft: Das Unternehmen stellt sicher, dass seine Lieferanten ihre Daten über gefährliche Chemikalien in ihren Abwässern bekanntgeben. Es hat eine Liste seiner Nassproduktionsstätten veröffentlicht und untersucht, welche gefährlichen Chemikalien in seiner Lieferkette vorkommen. Auch werden Entwicklungen in verschiedenen Produktionsregionen analysiert. Zudem forscht Inditex nach den Quellen gefährlicher Chemikalien, wenn diese in Abwässern auftauchen.


Inditex hat einen umfassenden und gut nachvollziehbaren Detox 2020-Plan. Zur Eliminierung und Auslistung seiner umfangreichen schwarzen Liste gefährlicher Chemikaliengruppen verfolgt das Unternehmen einen „clean factory“-Ansatz, der von den Lieferanten verlangt, die Detox-Kriterien generell im gesamten Betrieb zu befolgen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten der eigenen Marke.

Dies beinhaltet auch die regelmäßige Überprüfung der Abwässer vor deren Klärung. Inditex nutzt den Einfluss auf seine Nassproduzenten, tauscht sich mit Zulieferern von Chemikalien aus und erstellt Rankings in Bezug auf die Qualität von Chemikalien und Produktionsstätten.

Das Unternehmen hat sein Versprechen, PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) auszulisten, innerhalb seines Zeitplans umgesetzt und dokumentiert dies in Fallstudien. Allerdings bedarf es noch weiter gefassten gefahrenbasierten Kriterien, um beispielsweise die Eignung bestimmter PFC-Alternativen zu überprüfen. Außerdem muss Inditex sicherstellen, dass sich seine Screeningmethode zur Identifikation neuer gefährlicher Chemikalien an den besten, zur Verfügung stehenden Verfahren orientiert.

Tweet to
@Inditex

divider

Benetton
Benetton ist einen Schritt weiter und erreicht den Status „Avantgarde“, dies vor allem aufgrund seiner Leistungen bei der PFC-Eliminierung und der Erfüllung seiner Verpflichtungen im Hinblick auf Transparenz.

Benetton hat sein Versprechen umgesetzt, PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) auszulisten. Zudem hat das Unternehmen eine diesbezügliche Untersuchung seiner Produkte und Lieferkettenprozesse veröffentlicht und stellt sicher, dass Alternativen auf Gefahren hin analysiert werden.

Benetton macht weiterhin gute Fortschritte in Bezug auf sein längerfristiges Ziel der Transparenz: Das Unternehmen stellt Informationen zur Überwachung seiner Abwassereinleitungen zur Verfügung, und veröffentlicht alle Details zu den getesteten Lieferanten.

Benetton hat einen guten Detox 2020-Plan entwickelt, in dem das Verbot gefährlicher Chemikalien durch einen „clean factory“-Ansatz erreicht werden soll. Dieser verlangt von den Lieferanten, die Detox-Kriterien generell im gesamten Betrieb zu befolgen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten einer bestimmten Marke. Benetton muss jedoch noch nachvollziehbar machen, dass es eine gefahrenbasierte Screeningmethode zur Identifikation gefährlicher Chemikalien anwendet und diese regelmäßig aktualisiert.

Tweet to
@Benetton

divider

H&M
H&M geht mit gutem Beispiel voran und erreicht den Status „Avantgarde“, weil es die Entgiftung seiner Lieferkette entschieden und umfassend anpackt.

Das Unternehmen hat seinen Detox 2020-Plan regelmäßig aktualisiert. Er enthält auch Chemikalien jenseits der elf ursprünglich priorisierten Gruppen, basiert auf einer transparenten, gefahrenbasierten Screeningmethode und verwendet die niedrigsten Nachweisgrenzen. Das Programm sieht einen „Clean Factory“-Ansatz vor, bei dem die Lieferanten die Detox-Kriterien in ihrer gesamten Fabrik und nicht nur für Produkte von H&M anwenden müssen.

H&M war das erste Unternehmen, das die gefährlichen PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) in seinen Produkten verbot. Die von ihnen versprochene Fallstudie, die dies dokumentiert, fehlt jedoch noch. Die Fallstudie könnte helfen, die Eliminierung von PFC auch bei anderen Firmen sowie durch eine Regulierung zu beschleunigen.

In Sachen Transparenz ist H&M weiterhin vorne. Allerdings sollte das Unternehmen seine Verpflichtung insofern aktualisieren, dass die Prozentzahl der Lieferanten, die ihre Abwasserdaten online veröffentlichen, auf 80 Prozent der Nassproduktionsstätten erhöht wird. Dabei sollte der Fokus auf China liegen.

Tweet to
@H&M

divider

C&A
C&A bleibt in der Kategorie “im Wandel”, trotz seiner vorbildlichen Leistungen in puncto Transparenz.

C&A hat seinen Detox 2020-Plan verbessert, indem es eigene Abwassertest-Standards für gefährliche Chemikalien festgelegt hat und einen „clean factory“-Ansatz verfolgt, der von den Lieferanten verlangt, die Detox-Kriterien generell im gesamten Betrieb zu befolgen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten für C&A. Leider verlässt sich das Unternehmen immer noch auf die inadäquaten Screeningmethoden, die der MRSL* der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals) zugrunde liegen.

C&A hat seit dem Januar 2015 PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) aus seinen Produkten verbannt und kommuniziert an seine Lieferanten, welche PFC-freien Alternativen genutzt werden sollen – allerdings muss das Unternehmen noch eine Fallstudie zur Substitution von PFC veröffentlichen.

In Sachen Transparenz ist C&A ganz weit vorne: Das Unternehmen stellt eine detaillierte, aktuelle Übersicht über die Veröffentlichung der Abwasserdaten seiner Lieferanten zur Verfügung, aufgeteilt nach Regionen und inklusive zukünftiger Ziele. Außerdem wurden ein Abwasser-Testbericht und eine Liste der Hauptlieferanten veröffentlicht – mit dem Versprechen, bis 2017 die Lieferanten aus der Nassproduktion zu ergänzen. C&A muss diese Dynamik in Sachen Transparenz beibehalten und weiter an Verbesserungen bei der Eliminierung gefährlicher Chemikalien in seiner Lieferkette arbeiten.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@C&A

divider

Fast Retailing
Fast Retailing, das Unternehmen hinter der Modemarke Uniqlo, ist “im Wandel”, aber nur einen Schritt von “Avantgarde” entfernt.

Fast Retailing übernimmt individuelle Verantwortung für seinen Detox 2020-Plan und hat eine eigene MRSL*, die einige fortschrittliche Elemente beinhaltet, zum Beispiel eine gefahrenbasierte Screeningmethode und die Anerkennung, dass es für gefährliche Chemikalien keine „sicheren Grenzwerte“ gibt. Was noch fehlt, ist ein „clean factory“-Ansatz, damit die Detox-Kriterien für die gesamte Fabrik eines Lieferanten und nicht nur für die Produktion der eigenen Marke gelten. Außerdem sollte Fast Retailing die Zeitpläne für die Erreichung seiner Eliminierungsziele deutlicher formulieren.

Fast Retailing hat zugegeben, dass es sein Ziel, PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) bis Juli dieses Jahres auszulisten, nicht erreichen wird: Es sind zwar bereits 98 Prozent der Produkte PFC-frei, um die 100 Prozent zu erreichen, braucht das Unternehmen jedoch noch ein Jahr.

Fast Retailing hat zwar eine Fallstudie veröffentlicht, muss seine KundInnen jedoch besser darüber informieren, welche Produkte noch PFC enthalten und welche nicht.

Bezüglich Transparenz muss Fast Retailing sicherstellen, dass seine Lieferanten regelmäßig ihre Abwasserdaten veröffentlichen. Außerdem sollte das Unternehmen eine Lieferantenliste veröffentlichen, die zumindest die Nassproduktionsstätten enthält.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@UNIQLO

divider

G Star
G-Star ist noch „im Wandel“ und obwohl sie sich beständig weiter entwickeln, gibt es noch Raum für weitere Verbesserungen.

Gute Noten erhält G-Star im Hinblick auf die PFC-Eliminierung und die Transparenz. Im Rahmen seines Detox 2020-Plans verwendet das Unternehmen jedoch die MRSL* der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals). Dies beeinträchtigt das Gesamtergebnis, auch wenn G-Star in seinen eigenen Plänen weitergeht, einige wichtige Lücken geschlossen hat und daher die Eliminierung gefährlicher Chemikalien besser umgesetzt wird. G-Star sollte eine eigene proaktive MRSL erstellen, die auf einer gefahrenbasierten Screeningmethode sowie einem „clean Factory“-Ansatz basiert. Ein „clean Factory“-Ansatz schreibt vor, dass die Detox-Kriterien für die gesamte Fabrik des Lieferanten, und nicht nur für die Produkte einer bestimmten Marke gelten.

2015 wurde die Eliminierung von PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) erreicht, allerdings fehlt noch eine Gefahrenabschätzung der verwendeten Alternativen.

In Sachen Transparenz plant G-Star die Veröffentlichung neuer Abwasserdaten seiner Lieferanten gegen Ende 2016. Das Unternehmen sollte sicherstellen, dass gleichzeitig eine Analyse der Abwasserdaten sowie eine Liste seiner Vorlieferanten inklusive seiner Nassproduktionsstätten veröffentlicht wird.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@GStarRAW

divider

Mango
Mango ist noch in der Kategorie “im Wandel”, verpasst die Kategorie “Avantgarde” aber nur knapp.

Der Detox 2020-Plan von Mango beinhaltet eine eigene, individuelle MRSL*. Sie wird regelmäßig aktualisiert und berücksichtigt, dass es keine sicheren Grenzwerte für gefährliche Chemikalien gibt. Mango hat außerdem einen „clean factory“-Ansatz, durch den sichergestellt wird, dass die Lieferanten die Detox-Kriterien in der gesamten Fabrik und nicht nur für die Produkte von Mango umsetzen. Allerdings muss Mango noch genauer erklären, wie es seine Screeningmethode zur Auswahl weiterer gefährlicher Chemikalien einsetzt und einige Lücken in der Auswahl neuer Chemikalien schließen.

Mango war eines der ersten Unternehmen, das PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) entsprechend seiner Detox-Verpflichtung ausgelistet hat – kein einziges Produkt von Mango enthält PFC. Es hat zugesagt, eine Fallstudie zur Dokumentation dieses Prozesses zu veröffentlichen.

In Bezug auf Transparenz hat Mango seine Abwasserdaten fristgerecht auf der internationalen online-Plattform von IPE (Institute of Public and Environmental Affairs) veröffentlicht – seither wurde die Zahl der berichtenden Lieferanten erhöht. Allerdings bleibt unklar, wo diese Lieferanten sitzen und wieviel Prozent der gesamten Lieferkette sie ausmachen. Mango muss noch eine Lieferantenliste veröffentlichen, die zumindest die Nassproduktionsstätten enthält.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@Mango

divider

Miroglio
Obwohl Miroglio gute Fortschritte erzielt hat, verbleibt das Unternehmen noch in der Kategorie “im Wandel”.

Miroglio hat eine umfassende schwarze Chemikalienliste, muss aber in Bezug auf seinen Detox 2020-Plan rigoroser vorgehen. Insbesondere sollte den Lieferanten klar kommuniziert werden, welche gefährlichen Chemikalien auszulisten sind und dass es eines „clean factory“-Ansatzes bedarf, der von den Lieferanten verlangt, dass sie die Detox-Kriterien im gesamten Betrieb befolgen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten für Miroglio.

Miroglio erklärt, dass es die Eliminierung von PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) aus seinen Produkten, entsprechend seiner Verpflichtung, erreicht hat, aber es ist nicht sicher, ob dies auch für die Lieferkette gilt.
Um klar zu machen, was noch angegangen werden muss, sollte Miroglio die Ergebnisse der Abwassertests zu PFC veröffentlichen.

Im Hinblick auf Transparenz berichtet Miroglio, dass 80 Prozent der Lieferanten in der globalen Lieferkette ihre Abwasserdaten bekanntgeben. Das Unternehmen sollte jedoch auch die absolute Zahl der Fabriken angeben, die ihre Abwasserdaten regelmäßig und kontinuierlich veröffentlichen – besonders jene in China. Außerdem sollte Miroglio eine Lieferantenliste veröffentlichen, die auch die Nassproduktionsstätten enthält.

Tweet to
@MiroglioGroup

divider

Valentino
Valentino ist bei seiner Berichterstattung sehr transparent und macht gute Fortschritte, bleibt dennoch in der Kategorie „im Wandel“, da einige Schlüsselelemente noch fehlen.

Dem Detox 2020-Plan von Valentino mangelt es an der klaren Kommunikation von Prioritäten an seine Lieferanten: Valentino hat zwar den Einsatz aller PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) verboten, dennoch fehlen einige wichtige Vertreter dieser Chemikalien (fluorierte Telomere) in seiner schwarzen Liste für die Hersteller.

Valentino gibt zu, dass trotz des ausgesprochenen PFC-Verbots, einige PFC immer noch Probleme bereiten und veröffentlicht seine Untersuchungen dazu in Gänze, was vorbildlich ist. Greenpeace anerkennt diese Anstrengung zu mehr Transparenz – wir erwarten diese Art der Berichterstattung von jeder Marke, die Probleme bei der Umsetzung ihrer Vorgaben in die Praxis hat.

Allerdings würde ein gründlicherer “Clean Factory“-Ansatz Valentino dabei helfen, sein PFC-Verbot effektiver umzusetzen. Ein „Clean Factory“-Ansatz stellt sicher, dass Zulieferer die Detox-Kriterien im gesamten Betrieb erfüllen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten für eine bestimmte Marke.

Um sich in Sachen Transparenz zu verbessern, müssen die Detox-Daten der Zulieferer regelmäßig und fortlaufend veröffentlicht werden. Dabei sollte sich der prozentuale Anteil derjenigen, die berichten, erhöhen. Zudem sollte Valentino eine Zuliefererliste inklusive der Nassproduktionsstätten veröffentlichen.

Tweet to
@Valentino

divider

Adidas
Insgesamt befindet sich Adidas „im Wandel“. Die Verwendung der Chemikalienliste der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals), verhindert eine bessere Bewertung. Adidas muss einen ambitionierteren und individuellen Zugang zu seinem Chemikalienmanagement finden, um raschere Fortschritte zu erzielen.

Der Detox 2020Plan von Adidas enthält einige positive Elemente wie zum Beispiel ein klares Bekenntnis zu einem „Clean Factory“-Ansatz, der von den Lieferanten verlangt, die Detox-Kriterien generell im gesamten Betrieb zu befolgen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten für Adidas. Positiv sind auch das proaktive Chemikalienmanagement und die Implementierungswerkzeuge für die Lieferanten. Allerdings werden diese positiven Ansätze unterlaufen durch die Anwendung der absolut mangelhaften MRSL* von ZDHC. Adidas könnte viel besser sein, würde es eine eigene, individuelle MRSL entwickeln und diese auch im Rahmen seines „Clean Factory“-Ansatzes anwenden.

Bei der Eliminierung von PFCs (Per- und polyfluorierte Chemikalien) ist Adidas auf gutem Weg, sein Ziel im Jahr 2017 zu erreichen. Angesichts des Tempos, in dem Alternativen zu PFC entwickelt werden, sollte Adidas jedoch die komplette Auslistung dieser gefährlichen Chemikalien beschleunigen.

Außerdem sollte das Unternehmen für seine KundInnen Informationen bereitstellen, welche seiner Produkte PFC-haltig und welche PFC-frei sind.

Das beste Ergebnis erzielt Adidas in der Kategorie Transparenz: 50 Prozent all seiner Lieferanten in der Nassproduktion haben ihre Abwasserdaten auf der Internetplattform von IPE (Institute of Public and Environmental Affairs) veröffentlicht – bis September 2016 sollen es 80 Prozent sein. Diese Dynamik sollte unbedingt beibehalten werden. Zudem sollte das Unternehmen Berichte über Entwicklungen in der Abwasserbelastung und die den Verunreinigungen zugrundeliegenden Ursachen zur Verfügung stellen.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@adidas

divider

Burberry
Burberry befindet sich „im Wandel“ und wird es nicht über diese Kategorie hinausschaffen, solange das Unternehmen in der Umsetzung seines Detox 2020-Plans an der Chemikalienliste der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals) festhält.

Erst kürzlich hat Burberry das Ziel erreicht, PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) komplett zu eliminieren – nun muss das Unternehmen noch eine Fallstudie veröffentlichen, die diesen Prozess dokumentiert und eine Gefahreneinschätzung der Alternativen enthält.

Im Hinblick auf Transparenz berichtet Burberry, dass über 80 Prozent seiner Lieferanten im Nassproduktionsbereich ihre Daten zu gefährlichen Chemikalien offengelegt haben. Nun muss das Unternehmen sicherstellen, dass die Lieferanten weiterhin ihre Abwasserdaten veröffentlichen, eine detailliertere Aufschlüsselung dieser Daten zur Verfügung stellen sowie eine Liste seiner Lieferanten bereitstellen, die auch die Hauptlieferanten aus der Nassproduktion enthält.

In seinem Detox 2020-Plan bekennt sich Burberry zu einem „clean factory“-Ansatz, der von den Lieferanten verlangt, die Detox-Kriterien generell im gesamten Betrieb zu befolgen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten für Burberry. Dies muss nun an die Lieferkette kommuniziert werden und sich auch in der MRSL* niederschlagen, indem Abwasser-Grenzwerte eingeführt werden. Die Verwendung der MRSL von ZDHC reicht nicht aus, um die Detox-Verpflichtung zu erfüllen, auch wenn Burberry dieser MRSL alle PFC hinzugefügt hat.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@Burberry

divider

Levis
Levis hat einige positive Schritte unternommen, aber nicht genug, um es von der Kategorie “im Wandel” auf ein höheres Level zu schaffen. Es mangelt vor allem an einem eigenen Chemikalienmanagement.

Das Unternehmen hat im Rahmen seines Detox 2020-Plans seine MRSL* weder aktualisiert noch so ausgeweitet, dass sie alle PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) enthält. Somit wird an die Lieferanten auch nicht klar kommuniziert, dass das Verbot alle PFC betrifft. Stattdessen verlässt Levis sich auf die mangelhafte MRSL der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals). Zudem sollte die von Levis entwickelte Screening-Methode auf gefährliche Chemikalien transparenter gestaltet sein.

Positiv zu erwähnen ist, dass die Eliminierung aller PFC, entsprechend der Detox-Verpflichtung, noch im Jahr 2016 geschafft sein soll. Levis hat in diesem Zusammenhang eine Fallstudie veröffentlicht, die eine Gefahrenabschätzung für die benutzte Alternativsubstanz beinhaltet. Diese hat allerdings ergeben, dass die bevorzugte Alternative zu PFC noch nicht ideal ist, Levis sollte daher die Forschung in diesem Bereich intensivieren.

In Sachen Transparenz ist das Unternehmen ebenfalls gut aufgestellt: Es sorgt dafür, dass der Großteil seiner Nassproduktionsstätten ihre Abwasserdaten bekanntgeben und veröffentlicht eine Entwicklungsanalyse dieser Daten. Allerdings muss das Unternehmen seine Lieferanten in China wieder mehr in den Blick nehmen – seit zwei Jahren wurden keine Daten aus dieser Region veröffentlicht.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@Levis

divider

Primark
Primark bleibt der Kategorie „im Wandel“ verhaftet. Auch wenn sie in Bezug auf PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) und Transparenz gute Ergebnisse erzielen, mangelt es dem Unternehmen an der Übernahme von individueller Verantwortung für die wichtigsten Elemente seines Detox 2020-Plans. Stattdessen verlässt es sich auf die ungenügenden Methoden der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals).

Primarks Abhängigkeit von ZDHC hat zur Folge, dass das Unternehmen keine neuen Chemikalien zur Auslistung identifiziert. Sie führt auch dazu, dass Primark nicht sicherstellt, dass bei Tests die niedrigst möglichen Nachweisgrenzen angewendet werden – in Anerkennung der Tatsache, dass es keine „sicheren Grenzwerte“ für gefährliche und persistente Chemikalien gibt. Bei der Eliminierung der gefährlichen PFC innerhalb der selbst gesetzten Frist, erzielt Primark noch die besten Ergebnisse, dies wird durch eine Fallstudie dokumentiert. Um Kontaminationen in seiner Lieferkette auszuschließen, müsste Primark einen „Clean Factory“-Ansatz anwenden.

Dieser verlangt von den Lieferanten, die Detox-Kriterien generell im gesamten Betrieb zu befolgen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten für Primark selbst.

In Sachen Transparenz hat Primark sichergestellt, dass seine Lieferanten die Ableitung gefährlicher Chemikalien offenlegen – allerdings muss dies noch nach den unterschiedlichen Regionen aufgeschlüsselt werden. Zudem bedarf es einer Analyse der Ursachen von chemischen Verunreinigungen.

Primark hat bewiesen, dass es sehr wohl in der Lage ist, mit seinen Lieferanten zusammen Fortschritte zu erzielen. Nun muss das Unternehmen die Initiative ergreifen und ein eigenes System entwickeln, um sein Detox 2020-Versprechen zu erfüllen.

Tweet to
@Primark

divider

Puma
Puma befindet sich “im Wandel”. Eine bessere Platzierung wird dadurch verhindert, dass das Unternehmen sich auf die Methoden der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals) stützt. In den anderen Detox-Kategorien schneidet es gut ab.

Die Anlehnung an ZDHC hat zur Folge, dass der Detox 2020-Plan von Puma weder gefahrenbasiert noch transparent ist, zudem fehlen ihm Nachweisgrenzen für Abwassertests sowie einige Schlüsselgruppen gefährlicher Chemikalien. Trotz allem weist der Plan von Puma auch einige positive Elemente auf wie zum Beispiel sein Engagement in Bezug auf die Lieferanten. Puma muss eine eigene MRSL* entwickeln, die auch einen „clean factory“-Ansatz beinhaltet. Ein „clean factory“-Ansatz bedeutet, dass die Detox-Kriterien für die gesamte Fabrik des jeweiligen Lieferanten und nicht nur für die Herstellung von Produkten einer bestimmten Marke gelten.

Die besten Ergebnisse erzielt Puma im Bereich Transparenz: Auf seiner Website veröffentlicht das Unternehmen eine vorbildliche Lieferantenliste sowie alle Details über die Zulieferer, die ihre Abwasserdaten im Netz veröffentlichen, inklusive der online-links zu diesen Daten.

Puma arbeitet noch daran, die restlichen PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) entsprechend seiner Verpflichtung bis 2017 aus seinen Produkten zu verbannen. PFC-freie Kleidung wird erstmals in den Kollektionen Herbst/Winter 2016 präsentiert. Das Unternehmen muss noch eine Fallstudie zur Substitution der langkettigen PFC durch PFC-freie Alternativen veröffentlichen und sicherstellen, dass diese Alternativen einer transparenten Gefahrenabschätzung unterzogen wurden.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@Puma

divider

M&S
Marks & Spencer (M&S) befindet sich in der Kategorie “im Wandel”. Eine Verbesserung ist nicht in Sicht, da das Unternehmen auf allen Ebenen nur durchschnittlich agiert.

Am schlechtesten schneidet M&S in Bezug auf seinen Detox 2020-Plan ab. Es gibt zwar einige positive Elemente wie etwa den „clean factory“-Ansatz (der von den Lieferanten verlangt, die Detox-Kriterien generell im gesamten Betrieb zu befolgen, nicht nur bei der Herstellung von Produkten für M&S), eine verpflichtende Offenlegung aller Chemikalienbestände sowie die Zusammenarbeit mit den Lieferanten zur Umsetzung der Pläne. Allerdings bremst sich das Unternehmen durch die Anwendung der absolut unzureichenden MRSL* der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals) selbst aus. Wenigstens anerkennt M&S, dass es keine sicheren Grenzwerte für gefährliche Chemikalien gibt und deshalb die niedrigsten, zur Verfügung stehenden Nachweisgrenzen angewendet werden müssen.

Die besten Ergebnisse erzielt M&S noch in Bezug auf Transparenz: Es hat sichergestellt, dass 39 Prozent seiner Nassproduktionsstätten ihre Abwasserdaten veröffentlichen, hat eine interaktive Lieferantenliste online gestellt und überwacht den Herstellungsprozess auf verschiedenen Ebenen auf den Einsatz von gefährlichen Chemikalien. Allerdings müsste es mehr Wert auf die Analyse von Entwicklungen legen.

M&S befindet sich auf gutem Weg, sein Ziel der Eliminierung von PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) in seinen Produkten im Juli 2016 zu erreichen. Allerdings werden abzuverkaufende Warenbestände, die noch mit PFC hergestellt wurden, nicht speziell gekennzeichnet.

M&S muss mehr individuelle Verantwortung für sein Detox-Programm übernehmen, indem es eine eigene Liste von gefährlichen Substanzen entwickelt und die notwendigen Konsequenzen aus der Tatsache, dass es keine „sicheren Grenzwerte“ für gefährliche Chemikalien gibt, zieht. Außerdem bedarf es einer Zusage, eine Fallstudie zum Eliminierungsprozess von PFC zu veröffentlichen. In dieser sollte aufgezeigt werden, welchem Gefahrenscreening die Alternativen unterzogen werden und es sollte die Funktionalität der Ersatzsubstanzen diskutiert werden. Zusätzlich muss das Unternehmen seine Lieferantenliste erweitern, so dass diese zumindest die Nassproduktionsstätten enthält.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweeet to
@MarksAndSpencer

divider

Esprit
Esprit befindet sich in der Kategorie “Faux Pas” – hauptsächlich, weil das Unternehmen seine Verpflichtung, Abwasserdaten zu gefährlichen Chemikalien zu veröffentlichen, nicht erfüllt.

Esprit stellt nicht mehr sicher, dass seine Lieferanten ihre Abwasserdaten offenlegen – was Teil seiner Verpflichtung im Hinblick auf Transparenz ist – und konzentriert sich stattdessen auf Absprachen über den Einsatz von Chemikalien. Das ist zwar auch notwendig, aber mit den Abwassertests verzichtet Esprit auf ein wichtiges Instrument, mit dessen Hilfe alle gefährlichen Chemikalien, die in einer Fabrik verwendet werden, entdeckt werden können, um sie dann auf die eigentliche Quelle zurückzuverfolgen. Außerdem drückt Esprit sich so vor seiner Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und seinen KundInnen, die Ableitung gefährlicher Chemikalien offenzulegen.

Der Detox 2020-Plan von Esprit beruht auf der MRSL* der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals), die fundamentale Mängel aufweist. Stattdessen sollte das Unternehmen individuelle Verantwortung übernehmen und eine eigene MRSL entwickeln. Diese sollte einen “clean factory”-Ansatz beinhalten, zu dessen Instrumenten Abwassertests gehören, und der dafür sorgt, dass der jeweilige Lieferant die gesamte Fabrik und nicht nur die Produktion von Esprit-Produkten entgiften muss.

Das einzig Positive bei Esprit ist die Eliminierung von PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) seit 2014 – ein Prozess, der allerdings noch in einer Fallstudie dokumentiert werden muss.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
Esprit

divider

Limited Brands
Limited Brands – das Unternehmen hinter der Dessous-Marke Victoria´s Secret – fällt in die Kategorie „Faux Pas“.

Limited Brands kann nicht bestätigen, dass alle PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) eliminiert sind. Entsprechend seiner Detox-Verpflichtung sollten diese Chemikalien seit Juli 2015 nicht mehr in der Produktion verwendet werden.

Außerdem legt Limited Brands seinem Detox 2020-Plan die mangelhafte MRSL* der Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals) zugrunde. Es ist absehbar, dass Limited Brands sein Detox 2020-Verspechen nicht erfüllen wird.

Die besten Fortschritte hat das Unternehmen im Bereich Transparenz erzielt: Hier sorgt es dafür, dass seine Lieferanten öffentlich über die Ableitungen gefährlicher Chemikalien berichten, zudem hat es eine Analyse dieser Abwasserdaten veröffentlicht. Allerdings bedarf es strengerer Maßstäbe: Abwässer müssen vor ihrer Klärung getestet werden.

Es wird Zeit, dass Limited Brands individuelle Verantwortung für die Entgiftung seiner Lieferkette übernimmt. Außerdem sollte das Unternehmen einen „clean factory“-Ansatz verfolgen, der die Lieferanten dazu verpflichtet, ihre gesamte Produktion und nicht nur die Produkte von Limited Brands zu entgiften.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@VictoriasSecret

divider

Li-Ning
Li-Ning steckt in der untersten Kategorie „Faux Pas“ fest. Es gibt keine Verbesserungen im Umgang mit gefährlichen Chemikalien in der Lieferkette – trotz einiger Bemühungen für mehr Transparenz.

Anstatt individuelle Verantwortung zu übernehmen, stützt Li-Ning seinen Detox 2020-Plan auf das mangelhafte Programm der Industrielobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals). Dieses ist voller Lücken und legt die erforderliche Screeningmethode zur Identifikation von neuen gefährlichen Chemikalien, falsch aus.

Li-Ning hat sich immer noch nicht dazu bekannt, alle PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) zu eliminieren – es wird dies nur für 95 Prozent seiner gewebten Produkte tun. Auch stellt es keinen Fortschrittsbericht zur Verfügung.

Besser ist das Unternehmen nur wenn es um Transparenz geht: Es berichtet, dass das Ziel der Veröffentlichung der Abwasserdaten von 80 Prozent der Zulieferer auf einer internationalen online-Plattform erreicht wurde.

Li-Ning muss sich erneut auf die Eliminierung aller PFC verpflichten und seine Leistungen in allen Kriterien verbessern. Unabdingbar hierfür ist das Bekenntnis zu einem „Clean Factory“-Ansatz, der die Lieferanten dazu verpflichtet, die Detox-Kriterien in ihrer gesamten Fabrik und nicht nur für die Herstellung von Produkten für Li-Ning anzuwenden.

Tweet to
@Li-Ning

divider

Nike
Nike landet beim Detox-Catwalk in der Kategorie „Faux Pas“. Als einziges Unternehmen fällt Nike in allen drei Detox-Kategorien komplett durch.

Obwohl Greenpeace sich bemüht hat, gemeinsam mit Nike an einer Verbesserung seines Detox 2020-Plans zu arbeiten, übernimmt Nike immer noch keine individuelle Verantwortung für die Umsetzung seiner Detox-Verpflichtung. Stattdessen legt das Unternehmen seinem Plan die lückenhafte MRSL* der Industrie-Lobbygruppe ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals) zugrunde, in der beispielsweise fast alle PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) fehlen.

Nike hat zwar PFC aus 90 Prozent seiner Produkte eliminiert, verpflichtet sich aber immer noch nicht zum Verzicht auf die gefährliche Chemikaliengruppe in all seinen Produkten.

Schlecht steht es auch um die Transparenz: Nike sorgt nicht dafür, dass seine Lieferanten Daten über die Ableitung gefährlicher Chemikalien online stellen und hat in dieser Hinsicht auch noch keine Verpflichtung abgegeben. Nike muss seine Einstellung zum Detox-Programm ändern und individuelle Verantwortung für den Einsatz gefährlicher Chemikalien in der Produktion übernehmen.

*MRSL: Manufacturing Restricted Substances List – eine schwarze Liste von Substanzen, die in der Produktion nicht eingesetzt werden dürfen.

Tweet to
@Nike

divider
Top